*~Angst & Ernährung~*



Im nachfolgenden Bericht möchte ich Euch meine Erfahrungen zum Thema Angst und Ernährung mitteilen.

Zum allgemeinen Verständnis möchte ich kurz erwähnen, dass mein Vater Diabetiker (Diabetes Millitus) ist.
Ich wurde somit seit meiner frühen Kindheit mit diesem Krankheitsbild, dessen und Ursachen und Symptome konfrontiert. Nie konnte geklärt werden warum mein Vater diese Krankheit in einem so jungen Lebensalter heimsuchte. War es ein Virusinfektion oder gar Vererbung? Die Möglichkeit diese Krankheit irgendwann selbst zu bekommen, war für mich nie angsteinflössend, dennoch achtete ich vermehrt auf körperliche Symptome, da auch meine Blutzuckerwerte häufiger im grenzwertigen Bereich lagen.

Schon in meiner Jugendzeit bin ich sehr häufig ohne zu Frühstücken aus dem Haus gegangen, auch das Mittagessen begrenzte sich meist auf eine Scheibe Brot oder irgendeinen kleinen Snack.
Wenn sich mein Essverhalten so gestaltete, hatte ich häufig einen Klotz im Bauch, Schwindelgefühl, Übernervosität und Konzentrationsprobleme und natürlich Hunger :-). Bei körperlicher Aktivität oder psychischen Stress verstärkten sich diese Symptome.
Diese Gefühle nahm ich in Kauf, da ich ja wusste wo sie herkamen, bzw. welchen Auslöser sie hatten.
Es war mir BEWUSST wenn ich etwas essen würde, dass es mir besser gehen wird, dass die Symptome verschwinden würden.

Schliesslich hatte ich ja dem Körper etwas vorenthalten was er benötigt.

Das was ich soeben beschrieben habe, betrifft den Lebensabschnitt von meiner Jugendzeit bis zu meinem 26. Lebensjahr. Im Dezember 2000, mit 26 Jahren, bekam ich im Flugzeug meine vermutlich erste Panikattacke (Siehe Erfahrungen 1*)

Wie wohl jeder, der das Gefühl von Angst und Panik kennt, machte ich mir sehr viele Gedanken über die Ursachen und die auslösenden Faktoren.
Nach einigen Monten ließ ich beim Arzt meine Nüchternblutzuckerwerte kontrollieren. Der Blutzuckerwert bewegte sich noch grenzwertig im Normalbereich.
Dieses Ergebnis war für mich der Anlass, darüber nachzudenken, wann und unter welchen Umständen meine Panikattacken auftraten.
So konnte ich rückwirkend bis zur ersten PA feststellen, dass ich jeweils so gut wie gar nichts oder nichts gegessen hatte!!

Beispiel:
Früher saß ich in der Straßenbahn, mein Magen knurrte, mir war evtl. auch schwindelig. Meine Gedanken waren: Wenn ich angekommen bin, dann esse ich erstmal etwas, danach geht es mir wieder besser.
Noch vor kurzem saß ich in der Straßenbahn und dachte, oh nein, es geht wieder los, gleich bekommst du eine Panikattacke!

Die Symptome einer Panikattacke sind der einer Unterzuckerung sehr ähnlich.

Es ist also wohl möglich auch als gesunder Mensch in eine Art Unterzuckerungszustand zu gelangen, vielmehr würde ich sagen der Körper zeigt uns Mangelerscheinungen.
Auf meine Situation bezogen heisst das, das ich mir also mit der Zeit etwas Falsches angeeignet habe, nämlich meine normalen körperlichen Reaktionen fehlzuinterpretieren, d.h. bei auftreten dieser Symptome, denke ich nicht mehr an z.B. das Hungergefühl, sondern an den Beginn einer Panikattacke.

Seit dieser Erkenntnis achte ich gezielt darauf so regelmässig wie möglich zu essen und zu trinken, stehe z.B. früher auf um etwas Frühstücken zu können und trage Traubenzucker zur Prophylaxe oder für den "Notfall" bei mir. Traubenzucker geht nämlich direkt ins Blut und versorgt das Gehirn mit Nahrung.

Seitdem ich mein Leben geändert habe, nicht nur auf die Ernährung bezogen, sondern durch die vielen sehr hilfreichen Tipps meines Therapeuten, geht es mir von Tag zu Tag besser.

Die Angst hat mir viele Lebensbereiche genommen und ich bin dabei sie mir alle wiederzuholen..., nach und nach!!

Ich habe den Glauben an mich wieder gefunden und mit ihm auch die Lebensfreude! Noch ist es ein steiniger Weg, aber ich werde ihn weitergehen, weil ich spüre, dass es sich lohnt.

 

© Sunny S. 2002








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