*~Angehörige & Freunde~*

 

Das Thema Angehörige und Freunde spielt meiner Meinung nach in Zusammenhang mit Angst und Panikstörungen eine grosse Rolle.
Ich persönlich hatte zu Beginn der Krankheit ein grosses Problem über die Vorkommnisse zu sprechen, mich den Menschen um mich herum zu öffnen. Ich konnte einfach nicht über etwas sprechen, was ich anfänglich selbst nicht verstand. Wie sollte ich z.B meinem Freund erklären, dass wir heute Abend nicht mit der Bahn auf die bevorstehende Party fahren können, bzw. das ich mich nicht traue oder das schon der Gedanke an eine gemütliche Shoppingtour in mir Panik auslöste?!

Ich hab mich geschämt, dachte ich werde verrückt, wusste eigentlich gar nicht mehr, was ich denken sollte!

Irgendwann häuften sich meine Panikattacken, so dass ich mich durchgerungen habe mit meinem Freund darüber zu sprechen. Seine Reaktion war positiver als ich es erwartet hatte. Natürlich war er sehr überrascht und auch entsetzt über das was mir in der letzten Zeit wiederfahren war, dennoch sicherte er mir seine vollste Unterstützung zu. So ein Satz wie "wir schaffen das zusammen" baute mich ungemein auf.

Dieser Schritt darüber zu sprechen war für mich der erste Schritt zu einem besseren Gefühl. Ich fühlte mich nicht mehr so allein mit meinem Problem.

Ein erster Schritt aus der Isolation.
So nach und nach öffnete ich mich auch anderen Menschen um mich herum. Auch dieser Schritt kostete mich sehr viel Überwindung.
Immer wieder kam die Frage in mir hoch "was würden sie von mir denken?", "alle kennen mich doch anders", "würden sie sich von mir abwenden?"... Fragen, Fragen, Fragen...
Mitlerweile bin ich sehr froh, dass ich dieses "Geheimnis" gelüftet habe, denn ich habe durch meinen Freund, meine Freunde und Familie sehr viel Unterstützung erfahren. Ich muss wirklich sagen, ich hatte dieses Glück! Es gab zwar auch Menschen die sich von mir abgewendet haben, das war sehr schmerzhaft, aber andererseits war es auch gut zu erkennen wer die "wahren Freunde" sind.

Hilfe durch Freunde und Familie ist wichtig!
Um nochmal auf den Punkt Unterstützung zurück zu kommen... Ich denke ich spreche da für die meisten der Betroffenen.., die Unterstützung braucht man auch ganz dringend! Die Hilfe durch Angehörige oder Freunde ist wohl auch ein wichtiges Thema bei Angst und Panikstörungen. Als "Paniker" ist man wohl über jede Hilfe dankbar, besonders wenn man dann die Angstsituation nicht durchstehen muss.

Dennoch ist das Vermeiden dieser Situationen keine Lösung!
Darauf sollten auch Angehörige achten, dass sie dem Betroffenen zwar unterstützend zu Seite stehen (u.a. emotionale Unterstützung), ihn ernst nehmen, ihn aber auch gleichzeitig zum eigenen Handeln anleiten, um ihn in dem Sinne nicht abhängig zu machen. (z.B. "In den Supermarkt brauche ich nicht mehr zu gehen, das übernimmt jetzt mein Freund").
Das dieses Motivatieren nicht leicht ist, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Dennoch haben sich die Menschen um mich herum nicht durch meine negative Stimmung "beirren" lassen (z.B. "Gerade heute habe ich aber keine Lust Bahn zu fahren oder mir gehts heute gar nicht gut").
Jemanden zu drängen etwas zu tun wovor er angst hat ist auf jeden Fall nicht der richtige Weg. Ich persönlich wollte dann gar nicht mehr.

Geholfen hat mir das mir "mein Gegenüber" frei gestellt hat, ob ich denn nun in die Bahn steige oder nicht. Bsp: "ok, wir fahren erstmal zum Bahnsteig, aber wenigstens das machen wir mal, dann sehen wir weiter." Meist bin ich dann von selbst eingestiegen:-) Es hat mir sehr geholfen ein bisschen "an die Hand genommen zu werden". Mit viel Übung habe ich es geschafft wieder alleine Bahn zu fahren (dasselbe triff auf meine anderen Angstbereiche zu...Autofahren, Busfahren, Supermarkt...)
Für mich persönlich habe ich festgestellt, dass es von grosser Bedeutung ist, dass der ängstliche Mensch alleine an seinem Problem arbeitet. Auch wenn es einem während einer Angstsituation nicht so gut geht, das wichtige ist, man hat es alleine geschafft.

Das macht unendlich stolz.


Für Angehörige und Freunde befindet sich hier auf dieser Seite ein
Forum (Seelenallee) , in dem man Fragen stellen, andere Betroffene sprechen oder einfach nur nachlesen kann!

 

© Sunny S. 2002








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